Schnaitmann ein Zeichen für Württemberg

Heute war ich mal wieder zu Besuch in meiner schwäbischen Heimat und dieses Mal in Fellbach bei Rainer Schnaitmann. Zum Weingut Schnaitmann gehören etwa 20 ha, was doch beträchtlich groß ist, aber auf die Vielzahl an angebauter Rebsorten zurückzuführen ist. Hauptaugenmerk sind mit 26% Spätburgunder, 15% Lemberger und Riesling, aber auch 10%Merlot Sauv. blanc und Trollinger, 7% Cab.-Sauv. sowie Schwarzriesling, Silvaner, Gewürztraminer  sind im breiten Spektrum vorhanden. 

 

Wie gut seine Weine sind und auch vermarktet werden, zeigt schon der moderne und logistisch sehr schön gestaltete Weinkeller und Verkaufsraum. Bei ihm wird nichts gepumpt, sondern die Schwerkraft bringt die Trauben nach schonender Pressung in die Stahltanks oder Halbstückfässer (600l). Bei den Weißweinen wird je nach Rebsorte mit unterschiedlichen Maischekontaktzeiten gearbeitet und mit natürlicher Hefe über 3-12 Monaten vergärt. Die Rotweine werden alle über die traditionelle Maischevergärung und Nutzung der Schwerkraft in die Fässer im Keller der ehemaligen Scheune gebracht.

 

Seit 2013 hat er die Umstellung auf die EU-Ökoverordnung begonnen und stellt seine Reben auf schonende herbizid- und fungizidfreie Wirtschaftsweise um, welche in 2016 abgeschlossen sein wird. Den Mehraufwand und entsprechenden Aufpreis erzeugt hochwertige und individuelle Weine.

Bereits der 2015 Riesling Steinwiege (bedeutet reinsortiger Gutswein und keine Lage) hat kräftige und leicht rauchige Mineralik. Die Lage Schnait wirkt da gefälliger. Ihren Meister finden wir im GG Uhlbacher Götzenberg und Fellbach Lämmler, welche Tiefe und Abgang bieten, aber noch viel Potenzial aufzeigen.

 

Wie begehrt seine Weine sind, wird am bereits ausverkauften Weiß- und Grauburgunder deutlich, wo wegen geringen Mengen nur noch der Cuvée aus beiden als Grau-Weiss vorhanden ist. Ein absoluter Wahnsinn ist der 2015 Iflinger Sauvignon Blanc, aber mit 18,50 auch gut dotiert. Muskateller und Gewürztraminer runden das tolle weiße Bild ab.

Nun geht es zum Trollinger, der als einziger Rotwein nicht im Holzfass reift und auch als Viertele gut schmeckt. Doch Kenner trinken von ihm Lemberger (Blaufränkisch), wobei nichts am Simonroth Lemberger vorbei kommt, denn das Große Gewächs 2013 Fellbach Lämmler ist, wie zu erwarten, ausverkauft. Diese Spitzengewächse verweilen zwischen 12 und 24 Monate im Eichenfass.

 

Simonroth steht für die ersten und großen Lagen, welche auch seiner Lieblingsrebe Spätburgunder Flügel verleiht. Unglaublich viele kräuterige Noten und starken Abgang schwingen hier mit. Gekrönt wird unser Besuch vom GG Bergmandel Spätburgunder 2012 und einem 2005 Simonroth Spätburgunder, der sein Lagerpotential beweist und den Weg in eine große Zukunft  bestätigt. 

 

Vielen Dank an die Familie Schnaitmann, da sie trotz der  zahlreichen Heidelberger Weinbrüder genügend Zeit für unseren Besuch gefunden hat.

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Kommentare: 1
  • #1

    Rainer (Samstag, 16 Juli 2016 20:32)

    Hallo Ralf,
    Das hat unseren Eltern sehr gut gefallen. Liebe Grüße
    Rainer