Pfalz Gott erhalts und Von Winning zeigts

Die Lagen Ruppertsberg, Deidesheim und Forst sind Garant für Spitzengewächse aus der Pfalz. Das Weingut Dr. Deinhard des Tausendsassa Achim Niederberger (verstorben in 2012) wurde 2007 mit Stephan Attmann besetzt. Zum erfolgreichen Bandenwerber zählten diverse Genussstätten wie Bassermann-Jordan, Reichsrat Buhl, Ketscherhof u.a. in der Deidesheimer Umgebung.  Stephan Attmann studierte mehr schlecht als recht noch 2007 in Mannheim Wirtschaftspädagogie, bevor er sein Weintalent bei Dr. Deinhard zeigen durfte. Gute finanzielle Ausstattung, ein ausgezeichneter Keller- und Außenmeister verhalfen dem bescheidenen aber hungrigen Team,  das Erbe Leopold Von Winnings (seit 1907) wieder mit GROSSEM WEIN zu krönen.

 

Aromatische Weine (auf eigenen 42 ha +20 ha in Pacht) gedeihen in Dichtpflanzungen mit bis zu 9500 Reben/ha und möglichst Südwest-Ausrichtung. Qualität und Tradition basieren auf Attmanns Lehrjahre bei Dr. Heger (Franken),  bei Duband (Burgund Nuits St. Gorges) und Dr. Siemens (Saar). Bescheidenheit und Austausch mit den Eidgenossen helfen dem Weingut zu immer höheren Auszeichnungen. Traditioneller Weinbau ohne Kupfer und Schönung verhelfen das Vulkangestein, bestehend aus rotem und gelben Sandstein, Kiesel, Basalt und tertiärem Kalk zu ausdrucksvollen Rieslingen. Mit 80% Anteil dominiert diese Rebsorte und Sauvignon Blanc sowie die übrigen Burgundersorten sind in der Minderheit, doch nicht weniger interessant. J. Jaillet der Außenbetriebsleiter führt den Erfolg auf folgenden klaren Ablauf der Weinbereitung zurück:

 

1 handgelesene Trauben 2 Selektion des Lesematerials 3 Trauben unter starkem Druck anquetschen 4 spontane Gärung ohne Vorklärung 5 Ausbau auf Vollhefe über ca. 10 Monate ggf. Nachimpfung 6 Abfüllung in 500l Holzfässer 7 lagenreiner Verschnitt und Abfüllung. 

Ergebnis sind ausserordentliche Gewächse mit reduktivem vollvergorenem Charakter mit mineralischer präziser Säurestruktur wie wir sie bei der anstehenden Wanderung erleben durften.  

 

Die Weinbergswanderung führte uns bei 30 Grad, oberhalb des Weinguts in die Deidesheimer Lagen Herrgottsacker und Maushöhle. Dort zeigte Herr Jaillet, wie gesunde und weniger gesunde Stöcke aussehen und machte den finanziellen Aufwand am Beispiel der Großlage Ungeheuer deutlich. Ca. 1/3 ha mußten dort frisch bepflanzt werden, was in Summe mit anderen Lagen zu einem 1 ha mit etwa 35000,--Invest führte, denn um die 6000 Rebstöcke sterben jährlich von den etwa 400000.

Auf der Anhöhe Petershöhle konnten wir oben genannte Lagen-Rieslinge ausreichend genießen und kleine Häppchen zu uns nehmen. Die Aussicht war grandios und die Vulkanböden mit ihren vielen Farben verdeutlichten das mögliche Spektrum der Weine. Gestärkt ging es zurück in den kühlen Weinkeller, wo uns Forster Ungeheuer 500 Riesling und ein ausgezeichneter Pechstein sowie ein Traum von Sauvignon Blanc zum Abschluss den Abend versüßten. Die Kehlen labten sich an dem Hochgenuss und die Sonne strahlte auf uns herab. Was für ein toller Tag und nächstes Jahr werden wir sicher wieder in Deidesheim sein.

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